Die Jahre 1960–1969
1960
Nun
spielten wir also in der höchsten
Spielklasse des Betriebsfußballs !
Offensichtlich
haben die Tempelhofer durch die Erfolge in den Hensel
-Pokalspielen an Selbstvertrauen gewonnen. Sie wackelten nicht, als zu
Beginn
der ersten Spielhälfte Läufer Schulz
vorübergehend ausscheiden musste.
Ausgerechnet in diesem Abschnitt fiel aus einem Gewühl heraus
die glückliche
1:0 -Führung der Tempelhofer. Doch Schreck lass nach, der
rot-weiße
Mittelstürmer walzte in einer darauffolgenden Drangperiode der
NRK - Mannen
dienstbeflissen nach hinten und setzte den Knödel
kaltschnäuzig zum Ausgleich
in die fraktionseigenen Maschen. Gut für sein Seelenheil, dass
die
Kassenabrechnung der Neuköllner am Schluss ein Defizit von 1:5
Toren aufwies.
Für diesmal sollte der Sieg der Rot-Weißen - in
ihrem Kampfgeist durch Fortuna
begünstigt - verdient gewesen sein.
Rot-Weiß trat zu
diesem Spiel mit
folgender Mannschaft an:
PÄSCHEL - K.D. ARP,
POLAUKE - P. ROGGENBACH, SCHULZ, OSTEN
- ONASCH, RITTER,
ZIMMERMANN, J.
ROGGENBACH, ZITHIER
Nach zehn Spielen wirbelten
wir
völlig unerwartet in der Spitzengruppe mit, denn hinter der
Feuerwehr lagen wir
mit 14:6 Punkten auf dem 2. Tabellenplatz. Wer hätte das zu
Beginn der Serie
erwartet?
Doch
leider konnten wir diese Form nicht das ganze Jahr über
halten, so dass sich
zwangsläufig Rückschläge einstellen mussten.
Sie waren jedoch nicht größerer
Natur, denn nach Abschluss der Serie hatten wir ein Punktekonto von
18:18
aufzuweisen, das uns immerhin noch den 5. Tabellenplatz eingebracht
hatte. Die
wertvollsten Siege der Rückrunde waren ein 3:0 über
die Industrie – Polizei,
ein 5:3 über die BfA sowie ein 7:o über Hartmann. Das
Rückspiel gegen NRK ging
jedoch mit 1:5 klar in die Binsen.
Natürlich
durfte auch in diesem Jahr unsere Reise nicht fehlen. Hier der
seinerzeit
festgehaltene Reisebericht:
"Die diesjährige,
fast schon obligatorisch gewordene
Pfingstfahrt führte uns in das schöne Weserbergland
zur Rattenfängerstadt Hameln.
Freitag gegen Mitternacht wurde die Reise mit einer
24-köpfigen Gruppe
aufgenommen. Nach knapp 7‑stündiger abwechselungsreicher Fahrt
wurde
Sonnabend früh Hameln erreicht.
Dieter Gloeden und
Fritz
Ritter machen H.Onasch,
S.Volkmann, W.Prugel, D. Gloeden
ihren Dreck dazu

In Hameln:
Hinten
v.l.:J.Roggenbach,Ritter,Gloeden,H.J.Arp,Onasch,P.Roggenbach,Mietz.
Kniend v.l.:
Zimmermann,
K.D.Arp, Päschel, Polauke, Rodewald
Bereits am Nachmittag
bestritten wir unser erstes Spiel gegen
die Firmenmannschaft von Bier - Meyer. Wir stellten
eine recht starke
Mannschaft und gewannen nach gefälligem Spiel sicher mit 9:4 .
Am Pfingstsonntag folgte dann
der Höhepunkt, der auf einer
Reise nicht fehlen darf, nämlich eine Raddampferfahrt auf der
Weser zum 3o km
entfernt gelegenen idyllischen Bodenwerder. Bei
strahlend schönem
Pfingstwetter brachte uns der Dampfer in knapp drei Stunden zu unserem
Ziel.
Dort verlebten wir nun unvergessliche Stunden am Strand der recht
strömungsreichen Weser, bevor es am Abend nach Hameln
zurückging. Die Rückfahrt
verlief sehr stimmungsreich und wird in steter Erinnerung bleiben.
Pfingstmontag bestritten wir
dann
unser zweites Spiel gegen die Gummiwarenfabrik Körting, deren
Mannschaft
ausschließlich aus sogenannten
„Doppelspielern“ bestand. Obwohl sich einige
Konditionsmängel und Ermüdungserscheinungen bemerkbar
machten, konnten wir auch
dieses Spiel nach einer 3:2 - Halbzeitführung mit 5:2 Toren
für uns siegreich
gestalten.
Nach dem Spiel verlebten wir
natürlich noch einige nette Stunden im Kreise unserer
Gastgeber. Nach einer
etwas anstrengenden Nacht erfolgte am Dienstag um 13 Uhr die
Rückfahrt nach
Berlin, das wir wohlbehalten und in Bombenstimmung erreichten, froh
darüber,
wieder Berliner Luft genießen zu dürfen.
|
Ein geruhsamer
Schluck in der Halbzeitpause |

1961 ![]()
Das erste Jahr im Oberhaus
hatten wir so leidlich überstanden. In der Hinrunde hatten wir
glücklicherweise
genügend Punkte gesammelt, von denen wir dann im zweiten
Abschnitt zehren
konnten.
Wie es im alten Jahr geendet
hatte, so begann es auch im
folgenden Jahr, nämlich mit einer deftigen Niederlage. Im
ersten Heimspiel
kanzelten uns die "Saubermänner" der Stadtreinigung mit 7:1
nieder.
Obgleich wir mit einer äußerst starken Mannschaft
aufwarten konnten, hatten wir
nie die Spur einer Chance. Die sieben Sachen fing sich folgende Elf ein:
PÄSCHEL - K.D. ARP,
POLAUKE - J.
ROGGENBACH, SCHULZ,
ZIMMERMANN - BOICK, RITTER,
H.J.
ARP, ZITHIER, RODEWALD.
Vom Stammaufgebot fehlte nur
der
gesperrte Peter Roggenbach. Auch in den nächsten drei Spielen
gingen wir leer
aus, wenn man von den Minuspunkten einmal absieht. Krone besiegte uns
mit 6:4
Toren, die Lehrer machten es mit einem 3:1 etwas gnädiger,
doch die Brotmacher
von Wittler tobten sich bei ihrem 8:2-Erfolg ganz fürchterlich
aus.
0:8 Punkte, ein furioser Start
in
den Abgrund - bei längerer Überlegung ein wenig
deprimierend. Ein
Hoffnungsschimmer aber zeichnete sich dann beim 4:4-Unentschieden gegen
die
Industrie - Polizei am Horizont ab. Doch er zeichnete sich nur ab, denn
schon
im nächsten Treffen gegen DeTeWe war er wie weggeblasen. Wir
verloren in der
Wrangelstraße sang- und klanglos mit 2:7.
Doch so leicht wirft eine Rot
– Weiß - Mannschaft die Flinte
nicht ins Korn. Als uns einige der anderen Sportgruppen bereits
abgeschrieben
hatten und uns zum Absteiger stempelten, erwachte der alte RWT -
Kampfgeist und
versetzte zumindest "Fußball‑Berge“. Wir sammelten
eifrig wichtige
Punkte durch Siege über den Senat mit 4:2, über die
Lehrer mit 5:3, schlugen
Krone gar mit 7:3 und holten uns in einem furiosen Endspurt aus den
letzten
drei Spielen alle möglichen sechs Punkte. Auswärts
gegen DWM erkämpften wir ein
glückliches 4:3, zwangen Wittler - unseren 8:2 - Bezwinger vom
Hinspiel - mit
6:4 in die Knie und gestalteten das letzte Heimspiel gegen die Mannen
der
Industrie - Polizei mit 3:1 siegreich für uns.
Das fast Aussichtslose war uns
somit gelungen, mit einem
Punktestand von 14:22 hatten wir noch einen Mittelplatz erreicht.
Rot
– Weiß beim Roland in Bremen
Am Freitag, d. 19.05.1961,
wurde die Reise mit 32 Personen
aufgenommen. Nach achtstündiger Fahrt erreichten wir am
nächsten Morgen unser
Ziel. Nur ein kurzes Ausspannen, gewährleistet durch die
Unterkunft in einem
erstklassigen Hotel, dann fand schon nachmittags um 16 Uhr das
Freundschaftsspiel gegen die BSG. Rosebrock, einer
Speditionsfirma
Bremens, statt.
Entgegen
den schwachen Vorstellungen bei den bisherigen Punktspielen befand sich
unsere
Mannschaft in einer ausgezeichneten Verfassung. Schon die erste
Halbzeit zeigte
eine spielerische Überlegenheit, die sich im Halbzeitstand
auch zahlenmäßig mit
4:0 ausdrückte. Nach dem Seitenwechsel überwanden
dann die Gastgeber zweimal
unseren Torwart, während wir noch dreimal erfolgreich waren.
Nach neunzig
fairen Minuten war der Endstand von 7:2 für unsere Truppe
vollauf verdient.

Begrüßung
und Seitenwahl
vor dem Spiel gegen die Spedition Rosebrock
Klaus Winter, Rudi Päschel, Peter
Roggenbach
Ein
am Abend stattgefundenes Essen mit anschließendem Tanz
festigte unsere schon
auf dem Spielfeld geknüpfte Freundschaft. Die folgenden Tage
boten uns
reichliche Abwechslung. Auf dem Programm waren eine Hafenrundfahrt in
Bremen,
sowie eine Dampferfahrt nach dem benachbarten Bremerhaven.
Selbstverständlich
wurden auch die Wahrzeichen Bremens, der Roland, das prachtvolle
Rathaus, der
St. Petri - Dom mit dem Bleikeller und der Krypta sowie die allseits
bekannte
Böttchergasse mit großem Interesse
besucht.

Torjäger
Bodo Boick
Peter Roggenbach in Aktion
F.Ritter,
J.Polauke,R.Päschel,P.Roggenbach

In Bremen:
v.l.:. P.Roggenbach, Päschel, K.D.Arp, Boick, Polauke, Winter,
Ritter, Rodewald
,Zimmermann ,Schulz ,H.J.Arp.
1962 ![]()
Auch das Jahr 1962 entwickelte
sich
für uns Rot-Weiße wieder zu einem Kampfjahr. Schon
die Staffelauslosung brachte
uns die nicht erhofften "Knüller", denn wir spielten mit
folgenden
Mannschaften um die ach so begehrten Punkte:
Zu einem positiven
Punktverhältnis verhalf uns der folgende
Sieg mit 2:1 Toren gegen die spielstarken Feuerwehrleute. Unser alter
Rivale
NRK mußte natürlich auch wieder einmal auftauchen,
mit einem 1:1 teilten wir
uns diesmal die Punkte. Mit 6:4 Punkten standen wir lang da, doch
leider blieb
es nicht beim positiven Punktverhältnis. Nach elf Spielen war
der Glanz vorbei
und mit 9:13 Punkten zierten wir den 7. Tabellenplatz, noch vor den
Mannschaften der Feuerwehr und der Berliner Commerzbank, die einen bzw.
drei
Punkte hinter uns rangierten. In den noch ausstehenden Spielen hatten
wir
einfach nicht die Kraft, uns weiter nach vorn zu kämpfen. Das
große Glück
bestand für uns letztlich darin, dass zum Schluss auch die
"NRK-Recken" schlapp waren. Besser gesagt, noch schlapper als wir,
denn immerhin hatten wir bei der Endabrechnung noch fünf
Pluspunkte mehr
aufzuweisen. Absteiger war somit NRK, Meister wurde Loewe-Opta mit
sechs
Punkten Vorsprung vor der Mannschaft von Krone.
Natürlich fehlte es
in diesem Jahr auch nicht am
Reiseprogramm. Die alte Hansestadt Lübeck
war unser Ziel. Dort verlebten wir einige nette Tage, wobei
natürlich der
Fußball nicht zu kurz kam.
Gegen unseren Gastgeber-Nordischer
Maschinenbau Baader
gab es eine herbe 3:8 - Schlappe, doch das Ergebnis war nur
sekundär, denn
schon am nächsten Tag folgte ein zweites Spiel gegen die voll
austrainierte und
mit vielen "Doppelspielern" gespickte Mannschaft des Bundesgrenzschutz,
und diesmal lief es erheblich besser als am Vortag, auch wenn wir mit
2:4 Toren
unterlagen.

Stehend:
v.l.:.
Jakuscheit,Zithier,Rodewald,Schulisch,Mietz,H.J.Arp,
Vor
dem Spiel:
Mitte
v.l.:K.D.Arp,Zimmermann,P.Roggenbach
Axel
Donhauser (NML) und Peter
Vorne v.l.: Polauke,Päschel,S.Volkmann
Roggenbach
(RWT) bei der Seitenwahl
Leider hatten wir in diesem
Jahr
auch einen schweren Verlust zu beklagen:
Unfassbar für uns
alle ging am 30.
September 1962 nach langer und schwerer Krankheit unser 2. Vorsitzende
und
Spieler der 1. Mannschaft FRITZ RITTER
im 24. Lebensjahr für immer von uns.
Voller Selbstbewusstsein und
frohen
Mutes war er in das für ihn so schicksalsschwere Jahr 1962
gegangen. Er wollte
nicht nur auf dem Spielfeld seine ganze Kraft für die
Sportgruppe einsetzen,
sondern auch aktiv im Vorstand tätig sein. Plötzlich
jedoch riss ihn eine
damals nicht erkannte Krankheit aus allen seinen Träumen.
Schwere und
schmerzvolle Monate lagen hinter ihm, ehe er am Sonntag, den 3o.
September
1962, davon erlöst wurde.
Wir werden unseren Friedrich,
wie
er von vielen seiner Freunde genannt wurde, nicht vergessen.
1963 ![]()
Wie im Vorjahr, so hatten wir
auch diesmal wieder einen recht
guten Start; wir brannten mal wieder sozusagen unser sattsam bekanntes
Strohfeuer ab.
Im Volkspark Mariendorf
feierten wir einen unserer höchsten
Siege mit einem 12:0 gegen die restlos enttäuschende
Feuerwehr. Allerdings
hatte Torwart Wienheim wahrscheinlich seinen schwärzesten Tag
erwischt.
Nach sieben Spielen hatten wir
zwar ein positives
Torverhältnis von 19:17, doch die Punkte stimmten mit 6:8
nicht so recht dazu.
Ungeschlagen mit 12:0 Punkten führte der Senat
souverän die Tabelle an. Je
länger die Saison dauerte, desto tiefer rutschten wir in der
Tabelle; es passte
nichts mehr zusammen, man hätte fast verzweifeln
können. Nach 12 Spielen waren
wir im tiefen Keller, der letzte Platz war uns nicht zu nehmen. Von 6:8
Punkten
hatten wir uns auf 6:18 verschlechtert, wir hatten somit fünf
Spiele In Serie
verloren. An der Tabellenspitze hatte der SV DeTeWe noch den SV. Senat
abfangen
können und führte vier Spiele vor Beendigung der
Punktspielrunde bei 20:4
Punkten mit drei Punkten Vorsprung.
Was der SV Senat noch schaffte, nämlich eifrig Punkte zu sammeln, gelang uns nicht mehr. Deprimiert belegten wir mit 6:26 Punkten und einem Torverhältnis von 29:49 den letzten Platz und waren somit Absteiger.
Im „Sport im
Betrieb", Nr. 7/63 war zu lesen:
Mit der SG. Rot -
Weiß Tempelhof
musste eine der ältesten Sportgruppen der IG erstmals den Weg
in eine untere
Klasse antreten. Hoffen wir aber, dass die Rot-Weißen sich
wieder finden
werden, um dann im nächsten Jahr wieder in der obersten Klasse
kräftig
mitzumischen.“
Der Senat hatte es
tatsächlich noch
geschafft, in den noch ausstehenden vier Spielen die Mannschaft von
DeTeWe zu
überflügeln und mit einem Vorsprung von einem
einzigen Pünktchen Staffelsieger
zu werden. Doch damit nicht genug, im Endspiel um die Berliner
Meisterschaft
wurde der andere Staffelsieger, die Truppe der DIW Spandau, mit 4:3
nach
Verlängerung geschlagen.
Mit der Mannschaft der BSG
Nordischer Maschinenbau – Lübeck, hatten wir zum
Himmelfahrtstage eine
Mannschaft zu Gast, mit der uns seit dem vergangenen Jahr eine enge
Sportfreundschaft verband.
In den Mittagsstunden traf
unser
Gast, auch mit einer Handball – Mannschaft, wohlbehalten in
Berlin ein. Nach
kurzer Begrüßung geleiteten wir die
Lübecker in ihre Unterkunft, einem
idyllisch gelegenen Heim in Kladow.

Nordischer
Maschinenbau Lübeck, Baader
J.Roggenbach
und A.Donhauser bei der Begrüßung
im
Friedrich-Ebert-Stadion
Bald jedoch mussten wir wieder
aufbrechen, da um 17.30 Uhr in der Bosestraße im Friedrich
– Ebert - Stadion
das Spiel beider Mannschaften stattfinden sollte.
Die erhoffte Revanche
für die im
Vorjahr in Lübeck erlittene Niederlage glückte leider
nicht, denn die Lübecker
(dortiger Pokalfinalist) stellten eine technisch und
kämpferisch sehr starke
Mannschaft, die trotz langer Busfahrt überlegener war, als es
das Ergebnis
auszudrücken vermag. Nach einigen Torchancen gleich zu Beginn
des Spiels ging
der Gast durch eine haltbare "Bogenlampe" seines Linksaußen
in Führung
und baute kurze Zeit danach diese zu einem 2:o aus. Jörg Kaltz
konnte zwar den
Anschlusstreffer erzielen, kurz vor dem Halbzeitpfiff jedoch stellten
die Gäste
durch Verwandlung eines Elfmeters den alten Abstand wieder her.
Durch die Hereinnahme von
Alfred Schulisch bekam unser Spiel
in der 2. Halbzeit etwas mehr Druck, ohne dass jedoch zunächst
zählbare Erfolge
zu verbuchen waren. Die Lübecker konnten sogar das 4:1
erzielen, ehe unserer
Mannschaft durch Tore von Schulisch und Zimmermann eine
Resultatsverbesserung
gelang. Mit Geschick, vielmehr aber mit Können, verteidigten
die Gäste diesen
Vorsprung bis zum Abpfiff.
Nach dem Spiel gab es, wie
konnte es auch anders sein, ein
zwangloses Beisammensein. Es wurde an diesem Abend noch sehr
spät, was aber nur
die Berliner am nächsten Tag auf der Arbeit spürten.
Für den Freitag stand
für die Lübecker eine Besichtigung der
Bärenbier-Brauerei auf dem Programm, die auch regen Zuspruch
fand. Kaum, dass
sich die Gäste vom Genuss des Bärenbiers erholt
hatten, fand am Abend in der
Gaststätte "Zum Turm" ein Vergnügen statt, an dem
nicht nur die Gäste
aus Lübeck, sondern auch die Berliner Mannschaften von
Electrolux und den
Arbeitsämtern teilnahmen. Es wurde bis in die frühen
Morgenstunden getanzt und
gesungen, doch die "Baader - Leute" waren einfach nicht zu schaffen.
Das merkten am
nächsten Tag auch die Fußballer der SG.
Electrolux, als sie zum Spiel gegen die gerade von einer Stadtrundfahrt
kommenden Lübecker antraten. Obgleich man einigen Spielern die
Anstrengungen der
vorangegangenen Tage ansah, konnten sie trotzdem aufgrund ihres
spielerischen
Könnens einen knappen, aber verdienten 1:0 -Sieg erringen.
Der Sonnabendabend stand dann
jedem
zur freien Verfügung, was alle entsprechend auskosteten.
Sonntag war der Tag
der Abreise und mehr oder weniger abgeschlafft, doch um vieles Erlebte
reicher,
stiegen unsere Gäste in ihren Bus.

|
|
1964 ![]()
1964-zehnjähriges
Bestehen der SG. Rot-Weiß Tempelhof ! Wir alle
konnten es nicht glauben,
doch es war so. Die Jugendgruppe hatte sich, trotz einiger
Rückschläge, wacker
gehalten und konnte ein Jubiläum feiern.
Am 1. und 2. Mai
veranstalteten wir
deshalb im Friedrich - Ebert Stadion ein Jubiläums-Fußball-Turnier.
Zu Gast waren bei uns: Der SV Senat, VRB und der Nordische Maschinenbau
Lübeck.
Den Jubiläumspokal schnappten sich die Lübecker weg,
auf den Plätzen folgten
der SV Senat, der Jubilar und die Mannschaft von VRB.
Die Feierlichkeiten fanden im
Festsaal "Zum
Kurfürst" statt. Sie wurden ein voller Erfolg, denn nicht nur
die
Sportkameraden aller beteiligten Mannschaften waren unsere
Gäste, sondern auch
Freunde anderer Betriebssportgemeinschaften gratulierten.
Durch diesen besonderen Anlass
war
in diesem Jahr natürlich alles andere sekundär. Dass
wir nun nicht mehr in der höchsten
Spielklasse der IG spielen durften, warf uns auch nicht um, hatte es
doch den
Vorteil, dass die vor uns liegenden Spiele doch etwas geruhsamer
angingen. Wir
spielten in der 2. Klasse, Staffel
B
mit folgenden Mannschaften: Matador, Bosch-Elektronik, AEG-FA, Berliner
Lehrer,
FG. Südwest, Schwarz - Rot Wilmersdorf, Grün -
Weiß, Wittler sowie Ideal. Also
doch einige Mannschaften, die auch noch in der heutigen Zeit einen
recht guten
Namen haben. Wir hielten uns während der gesamten Serie nur im
Mittelfeld auf
und hatten zum Saisonende den achten Tabellenplatz erreicht.
|
, Berliner
Stadtauswahl des Jahres 1964 mit Peter
Roggenbach (stehend rechts) |

1965 ![]()
|
|
Das erste Jahr im zweiten
Jahrzehnt
gestaltete sich für uns ein wenig freundlicher. Wahrscheinlich
lag es an neuen
Impulsen, die der Vorstand entwickelte, die sich dann auch auf die
sportlichen
Leistungen der Mannschaft auswirkten.
Wir verzeichneten - wie schon so oft - in den ersten Spielen einen wahren Höhenflug und ließen erst mal die Konkurrenz weit hinter uns. Nach neun Spielen waren wir in der 2. Klasse, Staffel A Tabellenerster mit 14:4 Punkten und 25:12 Toren. Hinter uns rangierten immerhin so renommierte Mannschaften wie Butan, Ullstein und Telesport sowie NCR und SV 30. Bei Butan stand seinerzeit immerhin der Ex-Vertragsligatorwart Werner Wartig von Blau-Weiß 90 im Tor.
Kalle“ Paech in seiner bekannt schneidigen Art
Unter diesen Mannschaften war
dann
auch naturgemäß der kommende Meister zu suchen. Wir
wurden es leider nicht,
denn wieder einmal reichte am Ende die Puste nicht aus. Meister wurde
Butan vor
NCR und uns. Dennoch war dieser 3. Platz für uns in diesem
starken Feld als
Erfolg zu werten.
Die ansteigende Form und die
nunmehr wieder gute Moral der Mannschaft zeigte sich auf der Osterfahrt
nach -
na, wohin? - Lübeck
natürlich. Dort
nahmen wir an einem Kurzturnier teil, das der Nordische Maschinenbau
veranstaltet hatte. Weitere Teilnehmer an diesem Turnier waren die
Mannschaften
der Industrie‑Werke Karlsruhe und der Firma Opal. In
strömendem Regen und
auf schwer bespielbarem Boden konnten wir den Turniersieg erringen und
den
Wanderpokal nach Berlin entführen.
|
|
Reichhaltig das Angebot -
groß die
Nachfrage mit guten Erfolgen. Das könnte der Leitsatz dieses
Jahres sein.
Leider hatten wir - wie im
Vorjahr - das Pech, mit
der Truppe der AOK Berlin ein überragendes Team in der Staffel
zu haben.
Unbeirrt hamsterte man die Punkte ein und schon nach wenigen Spielen
war
abzusehen, dass eigentlich nur diese Mannschaft der kommende Meister
sein
konnte. Doch auch unsere Spiele, wie immer am Anfang, konnten sich
sehen
lassen. Nach neun Spielen waren wir auf Tuchfühlung zur AOK.
Bei einem
Punktestand von 16:4 zu 13:5 standen wir nur einen Zähler
schlechter, allerdings
hatten wir Schützenhilfe durch die Mannschaft von Schindler
erhalten, die die
AOK mit 2:1 Toren besiegen konnte. Unser Spiel im Volkspark Mariendorf
endete
nach beiderseits guten Leistungen mit einem gerechten 2:2
Unentschieden. Doch
schon im nächsten Spiel gegen Blau-Weiß Gutenberg
verschenkten wir mit einem
2:2 einen wichtigen Punkt, so dass die AOK wieder etwas Luft bekam.
Auch im Rückspiel im
Stadion
Wilmersdorf konnten wir dem Favoriten nur eine Halbzeit lang Paroli
bieten.
Durch einen verdienten 3:1-Sieg sicherten sich die Versicherungsleute
der
Krankenkasse endgültig den Staffelsieg.
Wir waren letztlich mit sechs
Punkten Rückstand doch ziemlich
klar abgeschlagen und hatten noch Mühe, wenigstens die
"Vizemeisterschaft" mit einem Punkt Vorsprung vor der bedrohlich
aufkommenden Mannschaft der Bundesdruckerei zu retten.
Hier die vollständige
Abschlusstabelle:
1.
AOK
16
14
‑
2
59:18
28:
4
2.
Rot‑Weiß
Tempelhof
16
10
2
4
6o:36
22:10
3.
Bundesdruckerei
16
10
1
5
52:37
21:11
4.
Schultheiß
Spandau
16
7
2
7
44:39
16:16
5.
Schindler
16
7
2
7
48:51
16:16
6.
Blau‑Weiß
Gutenberg
16
6
3
7
41:48
15:17
7.
Berliner
Kindl
16
5
3
8
28:41
13:19
8.
IBM
16
4
4
8
29:45
12:2o
9.
Reemtsma
16
‑
1
15
26:74
1:31
TURNIER
IM VOLKSPARK
Den im Vorjahr in
Lübeck gewonnenen
Wanderpokal konnten wir leider nicht erfolgreich verteidigen. Wieder
einmal war
der Nordische Maschinenbau der große Sieger. Im sehr
harmonisch verlaufenen
Turnier im Volkspark Mariendorf war er den übrigen
Mannschaften überlegen und
holte sich den Pokal zurück. Die Mannschaften von Opal, VRB
und den
Industriewerken aus Karlsruhe hatten das Nachsehen. Wir konnten
immerhin noch
den zweiten Platz belegen.
RWT
im
”Kohlenpott”
Wanne - Eickel, Bochum, Herne - das waren die Stationen
während
unserer diesjährigen Pfingstreise. Mit einer sehr kleinen
Expedition traten wir
diese Fahrt an, nur eine komplette Elf, allerdings begleitet von vier
charmanten Frauen, waren dabei.
Der Freitag war
ausgefüllt mit einer Hafenrundfahrt im
Westhafen, wo wir vom Hafendirektor und Mitgliedern des Personalrats
empfangen
wurden. Einer anschließenden Besichtigung der Schleusen
folgte eine gemütliche
Kaffeerunde im feudalen Bootshaus. Ferner gab es noch eine Einfahrt in
das
dortige Bergbaumuseum, das uns einen Einblick in die Arbeit der
"Kumpels" gab.
Am Sonnabend um 10.30 Uhr
erfolgte der Anstoß im Wanne -
Eickeler Stadion, das mit einem gepflegten Rasen aufwarten konnte.
Für uns galt
es gegen die Auswahlmannschaft des Betriebssportverbandes Emscher -
Ruhr so gut
wie möglich abzuschneiden. Überraschend gelang uns
nach einer halben Stunde
durch Klaus Winter die 1:0-Führung nach einem guten Konter,
doch ein mehr als
überflüssiger Handelfmeter gestattete den Gastgebern
das vermeidbare 1:1. Dabei
blieb es dann bis zur Pause.
Zu Beginn der 2. Halbzeit dann
der schnelle Knockout für
unsere Truppe. Ein Selbsttor in der 47. Minute und das 1:3 knappe zwei
Minuten
danach besiegelten unser Schicksal. Trotz allem fiel noch der
Anschlusstreffer
durch Jürgen Jakuscheit, dem die Auswahl aber noch zwei
weitere Tore folgen
ließ. Das dritte Tor für uns, abermals durch "Jaku",
fiel leider erst
kurz vor Schluss und war somit kaum noch von Bedeutung. Obwohl wir den
Rasen
als Verlierer verließen, hatten wir trotzdem Eindruck
hinterlassen, zumal wir
tatsächlich nur mit einer "Reisegesellschaft" angetreten waren.
Der äußere
Rahmen sprengte hierbei den sonst üblichen Ablauf
solcher Veranstaltungen. Nach dem Hissen der Fahnen beider
Landesverbände
wurden wir vom Oberbürgermeister der Stadt, Herrn Edmund
Weber, begrüßt.

Gruppenfoto im
Hafen mit dem Oberbürgermeister
Nach dem Spiel fand ein
gemeinsames Essen mit anschließendem
sehr nettem Beisammensein statt.
Der Sonntag stand ganz im
Zeichen der Ruhe. Vor dem auf einer
Anhöhe idyllisch gelegenen Naturfreundehaus fand ein
Tischtennisturnier nach
dem anderen statt, bei denen sich insbesondere Jürgen Polauke,
Peter Roggenbach
und Klaus Winter profilieren konnten. Der Abend wurde beschlossen mit
einem
Vergnügen im dortigen Haus, zum Gelingen desselben trugen
ebenfalls dort
wohnende Holländer wesentlich bei. Am Sonntag ging es dann ab
nach Hause.

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1967 ![]()
Das "ominöse 13.Jahr"
seit der Gründung der Sportgruppe brachte reichlich wenig, man
könnte fast
sagen: Zu wenig!
Die Meisterschaftsrunde
verlief ohne rechte Höhepunkte, obwohl
es an guter Konkurrenz wahrlich nicht mangelte, wenn man sich
nachstehende
Mannschaften betrachtet:
Unsere Gegner waren: SOBANSKI,
OSRAM, STEGLITZ 41, ROT‑WEISS
47, STADTREINIGUNG, BLOBELT, SCHULTHEISS SPANDAU, OBERHAVEL und IBM.
Den Spielerstamm der
Mannschaft bildeten:

Stehend
v.l.:Trainer Rothe,
Kaltz,Zimmermann,K.-H.Paech,1.Vorsitzender
Mietz,Rodewald,Schulz,J.Roggenbach,P.Roggenbach
Kniend
v.l.: Jakuscheit, Begner, Knossalla, S.Volkmann,
Polauke
Nach Beendigung der Serie
hatten
wir uns gegenüber dem Vorjahr um vier Plätze
verschlechtert und nur den 6.
Tabellenplatz belegt.
Ansonsten hatte der Vorstand
in diesem Jahr nicht sonderlich
viel Initiative entwickelt, denn erstmalig wurde die schon
obligatorische Reise
nicht abgeschlossen. Man hatte wohl kein Fernweh!
1968 ![]()
Das Jahr 1968 brachte uns
erstaunlicherweise auf sportlichem
Gebiet noch einmal einen wahren Höhenflug.
Wir spielten in der 1.
Klasse, Staffel C und eilten von Sieg zu Sieg. Leider aber
waren wir nicht
die einzige Mannschaft, die mit Doppelpunktgewinnen Aufsehen erregte,
sondern
auch die Mannen von der FG. Südwest mit so starken Spielern
wie OTTO, WOLFF,
HÜTTENRAUCH, BENDER und "Altmeister" DIETA MISCHONAT landeten
mehr
Siege als uns lieb waren.
Keine der beiden Mannschaften
konnte sich bis zum Ende der Serie absetzen, so dass man letztlich am
Schluss
mit je 32:4 Punkten die Tabelle anführte. Unser
Torverhältnis von 53:15 sprach
für starke Abwehrleistungen, das der FG. Südwest von
77:31 für einen
schussstarken Angriff. Da aber das Torverhältnis bei
Punktgleichheit im
Betriebssport nicht entscheidend ist, mussten zur Ermittlung
des
Staffelsiegers zwei Entscheidungsspiele durchgeführt werden.
Beim ersten Spiel
hatten wir Heimvorteil und empfingen die Südwestler in der
Markgrafenstraße.
Nach verteiltem Spiel war Südwest an diesem Tag durch zwei
Konter erfolgreich
und sicherte sich durch diesen 2:0 - Sieg die denkbar
günstigste
Ausgangsposition für das Rückspiel, denn hier reichte
ja schon ein Unentschieden.
Und genau so kam es auch. Sage
und schreibe bis zur 89.Minute
lagen wir mit 2:1 Toren in Führung und ein drittes
Entscheidungsspiel war für
uns in greifbare Nähe gerückt, als der
Südwest‑Mannschaft ein Eckball
zugesprochen wurde. Dieser wurde zu unser aller Schrecken direkt
verwandelt! 2:2!
AUS! VORBEI !
Es hat nicht sollen sein, wer
weiß, warum?
Natürlich ging
deshalb für uns die Fußball-Welt nicht unter,
es gibt wahrlich schlimmere Dinge.
Anlässlich einer
Reise nach Neumünster
hatten wir Gelegenheit, mit einem "alten" Rot
– Weiß -Kämpen Wiedersehen zu feiern. Klaus
Osten arbeitete hier bei Edeka
und hatte uns ein Spiel gegen die dortige Mannschaft vermittelt. Wir
erreichten
immerhin ein 3:3 - Unentschieden, was letztendlich auch den
beiderseitigen
Leistungen entsprach. In einem weiteren Spiel gegen eine Baufirma
landeten wir
noch einen 2:0 - Sieg, so dass der Trip auch sportlich von Erfolg
gekrönt war.

Stehend
v.l.: K.H..Paech, J.Iburg, O.Liesenfeld, K.Rüdiger,
Guido Schulz
bei der Seitenwahl
J.Polauke,
H.Zimmermann
Kniend
v.l.: G.Schulz, F.Philipowsky, J.Jakuscheit, K.Osten,
R.Päschel
1969 ![]()
Aufgrund der negativ
verlaufenen
Ausscheidungsspiele mussten wir also weiterhin unser
"Fußball-Leben"
in der 1. Klasse fristen.
Diesmal fanden wir uns in der
Staffel D wieder und hatten es mit für uns weniger bekannten
Mannschaften zu
tun.
GARTENFELD, BERLINER LEHRER,
GRÜN –
SCHWARZ, MATADOR, BA KREUZBERG, IDEAL, MÖBEL –
HÜBNER, SV 30 und AUTOMATIC
waren unsere Konkurrenten um Tore und Punkte. Leider konnten wir in
keiner
Phase dieser Saison an die Erfolge des Vorjahres anknüpfen.
Die Luft war
heraus, man spielte sich so durch die Serie hindurch. Die
überragende
Mannschaft kam diesmal aus Siemensstadt, denn Gartenfeld wurde
überlegener
Staffelsieger mit sage und schreibe 33:3 Punkten. Da nahmen wir uns mit
unseren
18:18 Punkten doch recht bescheiden aus. Ebenso klarer Absteiger im
Verhältnis
zum Meister wurde Automatic, das nur ein Spiel siegreich gestalten
konnte und
nur noch einen weiteren Punkt durch ein Unentschieden holen konnte.
Die relativ schwachen
sportlichen
Leistungen wirkten sich leider auch auf die Aktivitäten des
Vorstandes aus,
denn weder eine Reise noch irgendwelche andere Veranstaltungen standen
auf dem
Kalender.




